Neue PSA-Verordnung gilt ab April

26.07.2018 Lars Diemer

Ab April 2018 gilt die neue Verordnung zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Während einer zweijährigen Übergangsfrist konnten Hersteller, Behörden sowie Prüf- und Zertifizierungsstellen sich auf die Änderungen vorbereiten. Eine weitere Binnenmarktregelung wurde von der Europäischen Union (EU) nicht als Richtlinie, sondern als Verordnung im April 2016 erlassen. Im Gegensatz zu einer Richtlinie gilt die neue Verordnung unmittelbar in jedem Mitgliedsstaat und muss nicht in nationales Recht umgesetzt werden. Folgende Punkte sind zu beachten.

Veränderte Einstufung von Produkten als PSA : Es gibt drei Risikokategorien von PSA, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Dabei wurde die Kategorie III „Risiken, die zu schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen können“ um einige Risiken erweitert: Ertrinken, Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen, Hochdruckstrahl, Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche sowie schädlicher Lärm. Produkte wie Gehörschutz (zum Beispiel Otoplastiken) fallen künftig – neu – unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie nicht nur der EU-Baumusterprüfung, sondern zusätzlich auch einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle.

Auswirkung der veränderten Einstufung auf Anwender : Für Schutzausrüstung der Kategorie III gilt in Deutschland die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten (§ 31, DGUV Vorschrift 1). Für Atemschutzgeräte wie Gebläsehelme und -hauben (zum Schutz vor staubenden Stoffen) galt das schon immer, doch jetzt müssen die Beschäftigten zum Beispiel auch beim Einsatz von Otoplastiken im Lärmbereich mit bereitzuhaltenden Benutzerinformationen und Übungen unterwiesen werden.

Umstellung auf die neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425 - DGUV